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Diese Seite wurde aktualisiert am: 27.September, 2011



Print Entstehung der Wallfahrt

GnadenbildEntstehung der Wallfahrt Die Geschichte der Wallfahrt beginnt in der Reformationszeit, als in der Herrschaft Hardenberg mit dem Dorf Neviges sich das reformierte Bekenntnis im 16. Jahrh. so umfassend ausgebreitet hatte, dass nur noch wenige dem katholischen Glauben anhingen.
Auch die Herren von Hardenberg folgten den Lehren Calvins, unter ihrem Schutz trafen sich die Prediger und Ältesten der umliegenden reformierten Gemeinden 1589 zur ersten Bergischen Synode im Nevigeser Pfarrhaus. In der Kirche (heute evang. Stadtkirche) fand kein katholischer Gottesdienst mehr statt, auch dann nicht, als später einer der Hardenberger Herren, Johann Sigismund von Bernsau, wieder zum alten Bekenntnis zurückkehrte. Bei seinem Tod verhinderten die Protestanten gewaltsam die Feier des Requiems in der Kirche, worauf dann seine Witwe Anna von Asbeck am nördlichen Rand des Dorfes Neviges 1670 eine kleine Kirche erbauen ließ, die der Heiligen Anna geweiht wurde.

Zu dem rief sie zur gegenreformatorischen Mission Franziskaner nach Neviges, die sich 1676 dort niederließen und die Seelsorge in der St.-Anna-Kirche übernahmen . Im selben Jahr vernahm Pater Antonius Schirley im Franziskanerkloster zu Dorsten während seines täglichen Gebetes vor einem unscheinbaren Bildchen, das die Heilige Maria als lmmaculata zeigte, eine Stimme mit der Aufforderung: "Bring mich nach dem Hardenberg, da will ich verehret sein!" Da die Stimme im Weiteren auch eine wunderbare Krankenheilung weissagte, übersandte der Pater das Marienbild den Franziskanern in Hardenberg-Neviges.
Davon hörte der schwerkranke Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, und kam nach seiner Genesung aufgrund eines Gelübdes am 25. Oktober 1681 zur Dankwallfahrt nach Neviges. Er feierte in Anwesenheit des bergischen Herzogs und des Abtes von Werden eine Pontifikalmesse in der St.-Anna-Kirche. Mit diesem Aufsehen erregenden Ereignis war der Anfang der Marienwallfahrt gesetzt.
Ein großer Förderer der Wallfahrt war der Landesherr Herzog Johann Wilhelm II. ("Jan Wellem"), der mit seiner Gemahlin und vielen Düsseldorfer Katholiken oft zum Hardenberger Gnadenbild pilgerte, einen Altar sowie wertvolle Votivgaben stiftete und die Wallfahrer wie auch die Franziskaner am Ort unter seinen persönlichen Schutz stellte. In der Folgezeit kamen viele Pilger aus fast allen Orten der näheren und weiteren Umgebung nach Neviges, so dass schon bald ein größeres Gotteshaus an Stelle der kleinen Anna-Kirche errichtet und 1728 unter dem Titel der "Unbefleckten Empfängnis" konsekriert wurde. Dieser Kirchbau (die heutige Pfarrkirche) war eine einfache Saalkirche im gotischen Stil, die allerdings in den folgenden Jahrzehnten eine kunstvolle barocke Ausstattung erhielt.
Der Pilgerstrom stieg weiter an und erreichte um 1740 an die 20.000 Gläubige im Jahr. Höhepunkte waren die Hundertjahrfeiern der ersten Wallfahrt (1781, 1881) bei denen es Tage mit über 10.000 Pilgern gab. Vor allem das 1854 verkündete Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens und eine neue Bewegung in der Marienverehrung gegen Ende des Jahrhunderts riefen eine weitere Aufwärtsentwicklung der Pilgerzahlen hervor, so dass ihre seelsorgliche Betreuung schon aus räumlichen Gründen Schwierigkeiten bereitete.
1889 wurde die Wallfahrts- und Pfarrkirche durch den Anbau einer geräumigen Beichtkapelle erweitert. Nach der Anlage des Kreuzberges (1888) wich man bei großem Pilgerandrang mit den Messfeiern und Andachten immer öfter ins Freie aus, so vor allem bei der feierlichen Krönung des Gnadenbildes durch den Kölner Erzbischof Kardinal Fischer im Jahre 1904, als sich 30.000 Pilger auf der Bahnhofswiese versammelten, um das Pontifikalamt vor der 12. Station des Kreuzberges mitfeiern zu können.
In den Krisenzeiten der folgenden Jahrzehnte erreichte die Wallfahrtsbewegung immer größere Ausmaße. So kamen vor dem Ersten Weltkrieg jährlich 100.000 Pilger; 1935, auf dem Höhepunkt der Hitler-Diktatur, waren es 340.000. Nach deren Zusammenbruch stieg ihre Zahl wiederum stark an und erreichte 1954 den Höchststand der Nachkriegszeit mit 300.000; auch in den Folgejahren gab es Tage mit 8.000 bis 10.000 Wallfahrern.
Im Verlauf dieser Entwicklung wurde mehrere Male der Versuch unternommen, eine größere Wallfahrtskirche zu bauen. Schon kurz nach der Krönungsfeier (1904) sammelten die Franziskaner in Kollekten die Gelder, kauften Grundstücke für einen Neubau und ließen Architekturpläne anfertigen. Doch machten Krieg und Inflation alle Vorbereitungen und finanziellen Anstrengungen zunichte.
Lediglich eine neue Andachtsstätte konnte ab 1913 mit der Anlage des Marienberges geschaffen werden, wo auf dem Platz vor der Bergkapelle 20.000 Pilger Platz fanden. Ohne diese zusätzliche Möglichkeit für die Zelebration von Messfeiern und "Sturmandachten" wäre der Wallfahrtsbetrieb in den 30er Jahren zusammengebrochen. Von neuem wurde ein Kirchbauvorhaben geplant, das aber wiederum der Krieg verhinderte.
DomEin dritter Anlauf führte dann endlich zum Bau einer neuen Wallfahrtskirche, nachdem in den Nachkriegsjahrzehnten die Zustände in der alten Kirche bei Massenandrang und schlechten Wetterverhältnissen unhaltbar geworden waren. Dass es 1960 zur Entscheidung für einen Neubau kam, ist vor allem dem großen Engagement von Erzbischof Kardinal Frings zu danken, der ein großer Förderer der Hardenberg-Wallfahrt war und für Neviges einen "plastischen Baukörper als Bild und Zeichen einer Wallfahrtskirche" wünschte.

Die Wahl des Bauprojektes fiel nach zwei Wettbewerben, an denen sich 1963 15 namhafte Architekten beteiligten, von denen dann fünf zur Neubearbeitung ihrer Pläne aufgefordert wurden. Im zweiten Wettbewerb entschied Anfang 1964 die Gutachterkommission, "daß der von Prof. Böhm vorgelegte Entwurf von allen Entwürfe das Wesen einer Wallfahrtskirche am besten trifft". So wurde der Kölner Architekt Gottfried Böhm mit dem Bau der Wallfahrtskirche beauftragt. Diese konnte nach der Grundsteinlegung am 17. Juli 1966 in knapp zweijähriger Bauzeit fertig gestellt werden und wurde 22. Mai 1968 vom chinesischen Bischof Vitus Maria Chang Tso Huan auf den Titel "Maria, Königin des Friedens" geweiht. Einen Tag später feierte Joseph Kardinal Frings die erste Heilige Messe in dem modernen Marienheiligtum und öffnete es den Wallfahrern unserer Zeit.

In der Offenbarung des Johannes sieht der Glaube das Geheimnis der lmmaculata dargestellt: "Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt einen Kranz von zwölf Sternen" (Offb 72, 7). Auf dem Nevigeser Gnadenbild ist Maria so dargestellt, aber noch durch einige Symbole ergänzt, die alle auf das Geheimnis der lmmaculata hinweisen.
Maria ist mit der Sonne umkleidet. Wir sehen die Strahlen von ihrem Leib ausgehen. Mit der Sonne umkleidet sein heißt: mit Christus umkleidet zu sein. Nicht mit einem äußeren Gewand, sondern mit dem, was im Innern ist und nach außen sichtbar wird. Die wahre Schönheit des Mensehen ist die, die von innen kommt. Die Schönheit Marias ist die, die Christus in sie hineingelegt hat: Ihre Begnadung, ihre Bewahrung vor der Erbschuld. Deshalb hat auf dem Gnadenbild Maria ihr Gesicht und ihre Hände betend erhoben: "Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 7,46f.). Maria steht auf dem Mond. Der Mond ist Symbol für die Unbeständigkeit, da seine Gestalt immer wieder wechselt. Gemeint ist die Unbeständigkeit und Wankelmütigkeit des Menschen vor Gott. Sie ist bei Maria nicht zu finden. Die Schlange als Symbol des Versuchers und seiner Macht über den Menschen, hängt zu Füßen Marias. Da Gott Maria dem Herrschaftsbereich des Bösen entzogen und selbst Wohnung in ihr bezogen hat, wurde symbolhaft in Maria der Schlange der Kopf zertreten. Damit begann die Erfüllung der Verheißung an Eva, dass der Spross der Frau der Schlange den Kopf zertreten werde (vgl. Gen 3, 15).
Wie eine Wolke sich langsam bildet und dann im Regen das Land tränkt, so hat die Menschheit lange auf den Erlöser gewartet. "Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab", lautet eine uralte Bitte um die Ankunft des Erlösers. Aus Maria kam uns das Heil.
Die zwölf Sterne um das Haupt Marias drücken noch einmal anders ihre Stellung als Mutter für uns aus. Die zwölf Sterne sind die zwölf Apostel. Auf sie ist das Fundament der Kirche gebaut. Marias Schmuck ist gleichsam die Kirche. Ihr Schmuck ist das Werk ihres Sohnes. Jesus hat ihr die Kirche anvertraut, sie zu hüten und zu lieben, wie man Schmuck behandelt.

Ganz schön bist du, Maria!
Und der Erbschuld Makel ist nicht an dir!
Du bist die Ehre Jerusalems!
Du bist die Freude Israels!
Du bist die Zierde unseres Volkes!
Du bist die Fürsprecherin der Sünder!
O Maria! 0 Maria!
Jungfrau voll Klugheit!
Mutter voll Milde!
Bitte für uns!
Tritt für uns ein bei unserem Herrn Jesus Christus!

(Alter Hymnus in der Tradition der Franziskaner)

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